"Viele Bürger sind auf diesen abrupten Digitalisierungsschritt nicht ausreichend vorbereitet!"
Andreas T.

Meinung zum MAZ-Artikel:
Digitalisierung braucht Begleitung
Digitaler Umstieg des Jobcenter Teltow-Fläming
Das Jobcenter Teltow-Fläming stellt ab März vollständig auf digitale Kommunikation um.
Dokumente können künftig ausschließlich über eine App hochgeladen werden; Papier und E-Mail werden abgeschafft, eine Digitalberatung soll dabei helfen.
Ziel ist eine schnellere Bearbeitung, mehr Transparenz für Leistungsbezieher und ein besserer Schutz persönlicher Daten.
Zentraler Bestandteil ist die App, über die Bürger ihre Unterlagen einreichen und den Stand ihrer Akte einsehen können. Gleichzeitig räumt das Jobcenter ein, dass die Einrichtung aufgrund von Zwei-Faktor-Authentifizierung und technischen Anforderungen nicht einfach ist. Um Berührungsängste abzubauen, wird eine begleitende Digitalberatung angeboten, die insbesondere in der Umstellungsphase zusätzlichen Aufwand verursacht.
Der Artikel macht deutlich:
Die Digitalisierung wird konsequent umgesetzt, bringt jedoch bereits jetzt erkennbare Hürden für viele Bürger mit sich.
Unsere Meinung zum MAZ-Artikel: Digitalisierung braucht Begleitung
Der im Märkische-Allgemeine-Zeitung (MAZ-Artikel, vom 31.01.2026) beschriebene schnelle Umstieg des Jobcenters auf eine ausschließlich digitale Kommunikation ist aus Verwaltungssicht nachvollziehbar und grundsätzlich richtig. Effizienz, Transparenz und Datenschutz sind legitime Ziele.
Gleichzeitig zeigt der Artikel aber sehr deutlich ein zentrales Problem:
Viele Bürger sind auf diesen abrupten Digitalisierungsschritt nicht ausreichend vorbereitet.
Bereits die Einrichtung der digitalen Zugänge, die Nutzung von Zwei-Faktor-Authentifizierung und das Hochladen umfangreicher Unterlagen stellen für viele Menschen eine erhebliche Hürde dar.
Insbesondere ältere Menschen, Familien mit komplexen Bedarfslagen oder Bürger ohne ausreichende technische Ausstattung geraten schnell an ihre Grenzen. Die im Artikel erwähnte Digitalberatung macht deutlich, dass selbst die Verwaltung mit einem erhöhten Unterstützungsbedarf rechnet.
Unsere Kernaussage ist daher klar:
Digitalisierung funktioniert nur dann, wenn sie mit verständlicher, alltagsnaher Begleitung einhergeht.
Wer digitale Verfahren einführt, trägt auch Verantwortung dafür, dass niemand durch Technik, Zeitdruck oder fehlende Erfahrung abgehängt wird.
Digitalisierung darf kein Ausschlusskriterium werden, sie darf auch keine Barrieren schaffen, sondern muss für alle nutzbar sein.
